Neue biokompatible Elektroden helfen bei Epilepsie-Chirurgie- Gewebefreundliches Material passt sich ideal an das Nervengewebe an

Das italienische biomedizinische Start-up-Unternehmen Wise Srl, welches sich auf die Forschung und Entwicklung einer neuen Generation implantierbarer Elektroden für die Neuromodulation und das Neuromonitoring spezialisiert hat, hat aktuell zwei neue Elektroden zur Einpflanzung im menschlichen Körper entwickelt. Mit den aus biokompatiblem Silikon gefertigten Vorrichtungen können bestimmte Fälle von Epilepsie und durch Traumata hervorgerufene Schmerzen therapiert werden. "Unsere Elektroden sind elastischer als die bisher in der klinischen Praxis üblichen und passen sich deshalb besser an das Nervengewebe an", erklärt Wise-Hauptgeschäftsführer Luca Ravanan. Im Grunde genommen handelt es sich um keine neue Erfindung, da die Technologie seit 20 Jahren bekannt ist. Wise habe lediglich deren Hauptnachteile beseitigt. Die herkömmlichen Elektroden weisen nämlich eine zu hohe Steiffestigkeit auf.

"Sie können sich nicht deshalb nur als unwirksam erweisen, sondern im Laufe der Zeit sogar brechen oder sich im Gewebe verschieben", meint der Firmenmitgründer. Auf dem Plan stehen zwei Typen von Elektroden: Eine zur vorübergehenden Implantierung in der Hirnrinde während der Operation eines Hirntumors oder als mehrtätiges Monitoringinstrument vor dem Epilepsie-Eingriff. Sie werden 2016 in Serienproduktion gehen.

Des Weiteren arbeiten die Experten an einer zweiten, dauerhaft eingesetzten Elektrode gegen vom Rückenmark kommende chronische Schmerzen. Neu wie die Beschaffenheit der Elektroden ist auch das dazu eingesetzte Fertigungsverfahren "Supersonic Cluster Bean Implantation", bei dem der aus einer Platin-Iridium-Legierung bestehende Leitungsdraht mit einer Silikonhülle beschichtet wird. Diese Innovation soll 2018 auf den Markt kommen. Vor allem das dazugehörige Zertifizierungsverfahren nimmt dem Unternehmen zufolge mehr Zeit in Anspruch als bei anderen Produkten.

Wise Srl wurde 2011 von Absolventen der Università di Studi in Mailand gegründet. Derzeit noch untergebracht ist sie bei der als Accelerator fungierenden Fondazione Filarete, die im Medizin- und Gesundheitswesen tätige Start-ups fördert. Zur Finanzierung des Projekts wurden mithilfe der Venture Capital Principia Sgr  drei Mio. Euro an Wagniskapital gesammelt.

(pte/map)
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