Hohe Prävalenz eines Vitamin-D-Mangels bei Patienten mit Epilepsie
Epilepsie-Patienten haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein deutlich erhöhtes Frakturrisiko. Dies trifft insbesondere auf Personen zu, die mit enzyminduzierenden Antiepileptika behandelt werden. Es besteht die Vermutung, dass es durch diese Antiepileptika zu einer Hochregulation der Enzyme kommt, die für den Vitamin-D-Stoffwechsel zuständig sind. Dies wiederum hat zur Folge, dass 25 OH-Vitamin D (Calcifediol) in inaktive Metaboliten umgewandelt wird und so letztendlich das Osteoporose-Risiko steigt. Die Prävalenz eines Vitamin-D-Mangels bei erwachsenen Epilepsie-Patienten haben Wissenschaftler der Emory Healthcare, der Stanford University und der Emory University in Atlanta, USA, kürzlich in einer Studie erneut untersucht. Teilnehmer waren 596 Patienten mit Epilepsie (56 % Frauen und 44 % Männer) im durchschnittlichen Alter von 41 Jahren, die im Zeitraum zwischen 2008 und 2011 im „Emory University Epilepsy Center“ behandelt wurden. 55 % der Patienten waren kaukasischer Herkunft, 34 % hatten eine dunkle Hautfarbe, 2 % waren Asiaten und in 7 % der Fälle war die Abstammung unklar. Zwei der behandelnden Ärzte des Epilepsiezentrums bestimmten bei allen Studienteilnehmern die Vitamin-D-Spiegel im Serum sowie die möglichen Antiepileptika-Risiken. Die jeweiligen 25 OH-Vitamin-D-Werte wurden in drei Kategorien eingeteilt: niedriger 25 OH-Vitamin-D-Spiegel: < 20 ng/ml, grenzwertiger Spiegel: 20 – 29 ng/ml und normaler Spiegel: ≥ 30 ng/ml. Die antiepileptischen Medikamente wurden gemäß ihres enzyminduzierenden Potentials in Gruppen eingeordnet. Es zeigte sich, dass die Vitamin D-Spiegel der Probanden im Mittel bei 22,5 ng/ml lagen und 45 % 25 OH-Vitamin-D-Spiegel < 20ng/ml aufwiesen. Dabei waren deutliche Unterschiede bei den Spiegeln und der Häufigkeit der drei verschiedenen Vitamin-D-Spiegel-Kategorien zu beobachten. So fand sich ein Vitamin D-Mangel bei 54 % der Patienten, die mit enzyminduzierenden Antiepileptika behandelt wurden, aber nur in 37 % der Fälle, die unter einer Therapie mit nicht-enzyminduzierenden Antiepileptika standen. In dieser Studie konnte bestätigt werden, dass ein Vitamin-D-Mangel bei Patienten mit Epilepsie, insbesondere wenn sie mit enzyminduzierenden Antiepileptika behandelt werden, eine hohe Prävalenz hat, so die Autoren. Den Experten zufolge sollte ein Vitamin-D-Monitoring Teil der Routineuntersuchungen von Epilepsie-Patienten sein.
(drs)
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