Erhöhte Prävalenz der Autismus-Spektrum-Störung bei Kindern mit Epilepsie?
Wissenschaftler des UCL Great Ormond Street Institute of Child Health in London, UK, haben kürzlich im Rahmen einer Metaanalyse die Prävalenz und Risikofaktoren für eine Autismus-Spektrum-Störung (ASD= autism spectrum disorder) bei Kindern mit einer Epilepsie untersucht. Hierzu durchsuchten die Forscher die Literaturdatenbanken PsychINFO und PubMed nach Artikeln, die in den letzten 15 Jahren publiziert wurden und sich mit der ASD-Prävalenz bei Epilepsie-Patienten beschäftigt hatten. Zur Auswertung kamen so die Daten von 19 Studien mit einer gepoolten ASD-Prävalenz von 6,3 % bei einer Epilepsie. Nach Unterteilung in Bezug auf den Epilepsie-Typ zeigte sich, dass das Risiko für eine ASD im Falle einer generalisierten Epilepsie bei 4,7 %, bei infantilen Spasmen bei 19,9 %, bei fokalen Anfällen bei 41,9 % und bei einem Dravet-Syndrom bei 47,4 % lag. In Studien mit Probanden unter 18 Jahren fand sich außerdem ein 13,2 Mal höheres ASD-Risiko als in Studien mit Teilnehmern über 18 Jahre. Ein 4,9 Mal höheres Risiko für eine ASD zeigte sich in Studien, bei denen die Mehrheit der Patienten (> 50%) eine geistige Behinderung aufwiesen. Die wesentlichsten Risikofaktoren für eine ASD, über die in den Studien berichtet wurde, waren eine geistige Behinderung, das Geschlecht, das Lebensalter und eine symptomatische Epilepsie-Ätiologie. Die Ergebnisse dieser Metanalysen können nach Ansicht der Wissenschaftler dazu beitragen, das klinische Profil von Epilepsie-Patienten, die ein Risiko für eine Autismus-Spektrum-Störung haben, besser einzuordnen. Dies wiederum könne bei einem frühen Screening und der Diagnose der ASD bei Patienten mit Epilepsie hilfreich sein.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 24.09.2018 - 10:00): http://www.epiaktuell.de/Epilepsie-bei-Kindern/Autismus-Spektrum-Stoerung-bei-Kindern-mit-Epilepsie-erhoeht.htm
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