Kongressbericht: Erste Studienergebnisse zur transkutanen Vagusnervstimulation bei pharmakoresistenter Epilepsie

Auf der gemeinsamen 9. Dreiländertagung 2015 der Deutschen und Österreichischen Gesellschaften für Epileptologie und der Schweizerischen Liga gegen Epilepsie wurden in Dresden im Rahmen eines Satellitensymposiums erstmalig die Ergebnisse einer Studie zur transkutanen Vagusnervstimulation (t-VNS) bei pharmakoresistenter Epilepsie vorgestellt.

Studie zeigt Anfallsreduktion durch t-VNS

In der multizentrischen, randomisierten, kontrollierten, 2-armigen, doppelblinden Studie wurden 76 erwachsene Epilepsiepatienten aus Deutschland und Österreich über 5 Monate mit t-VNS behandelt. Die Betroffenen wiesen unterschiedliche Epilepsiesyndrome auf und hatten mindestens drei Anfälle pro Monat. Die Studie belegte, dass die Patienten die Therapie gut vertrugen. Mit im Mittel 93 % war die Therapietreue der Teilnehmer ausgezeichnet. Nach 5 Monaten war die Anfallshäufigkeit bei einer Stimulation mit 25 Hz im Durchschnitt um 23 % gesunken.

Die Lebensqualität besserte sich in beiden Behandlungsgruppen signifikant.

Die Nebenwirkungen waren sehr gering und klangen nach Beenden der Stimulation schnell ab. Vergleicht man diese Ergebnisse mit Ergebnissen aus Studien zur invasiven Vagusnervstimulation (iVNS), so zeigt sich eine Vergleichbarkeit hinsichtlich der Wirksamkeit der t-VNS und der iVNS. „Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die transkutane Vagusnervstimulation gut verträglich ist und mit einer Verbesserung der Lebensqualität einhergeht. Diese Form der Therapie kann auf Grund der guten Verträglichkeit bereits frühzeitig als Zusatztherapie zur medikamentösen Behandlung zum Einsatz kommen“, so Dr. Andreas Hartlep, Chief Executive Officer der cerbomed GmbH.

Über t-VNS mit NEMOS

Die t-VNS-Therapie mit NEMOS bietet Epilepsiepatienten, denen trotz der Einnahme von Antikonvulsiva nicht zufriedenstellend geholfen werden kann, eine weitere Therapieoption. Die Therapie basiert darauf, dass ein Ast des Vagusnervs in bestimmten Regionen der Ohrmuschel mit elektrischen Impulsen durch die Haut hindurch (transkutan) stimuliert werden kann. Die Therapie erfolgt durch den Patienten selbstständig mit dem Therapiegerät NEMOS, einem speziellen Stimulator, der mit Hilfe einer neuartigen Ohrelektrode elektrische Impulse transkutan an den Vagusnerv appliziert. Mit NEMOS ist damit eine gezielte Stimulation des Vagusnervs möglich, ohne einen operativen Eingriff vornehmen zu müssen.

(map)
Zurück zur Startseite
MFA-Heute
Weitere Newsmeldungen
    • Medizin-Management-Preis 2014 in Berlin verliehen
      Der Medizin-Management-Preis 2014 wurde am Freitag, 12. September 2014, in Berlin verliehen. Platz 1 ging an den elektronischen Behandlungskalender EPI-Vista®, eingereicht vom Norddeutschen Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche. Das internetbasierte Patiententagebuch
      Mehr
    • Mit einem intelligenten mobilen Notruf-Telefon die Unabhängigkeit bewahren
      Sowohl für Personen mit chronischen Erkrankungen, wie Epilepsie, als auch für ältere Menschen kann es wichtig sein zu wissen, dass sie in Notfallsituationen schnell Hilfe holen und/oder Kontakt zu einer Vertrauensperson ihrer Wahl aufnehmen können. So genannte Notruf-Telefone tragen in diesem Zusamm...
      Mehr
    • Delphintherapie für chronisch-kranke und behinderte Kinder in der Türkei
      Die Amerikaner Dr. Betsy Smith und Dr. David E. Nathansom sind die Pioniere einer ganz besonderen Therapiemethode - die Delphintherapie. Es gibt viele Erkrankungen und Störungen, bei denen nachgewiesen werden konnte, dass Delphine positive Effekte auf die menschliche Psyche, den
      Mehr
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 23.10.2021 - 09:40): http://www.epiaktuell.de/Assistenzgeraete/Kongressbericht--Erste-Studienergebnisse-zur-transkutanen-Va.htm
Copyright © 2014 | http://www.epiaktuell.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239