Bayerischer Landes-Caritasverband startet Infoportal „Neue Drogen“

Der Markt für neue Drogen wächst rasant: Laut Europäischer Drogenbeobachtungsstelle drängten im Jahr 2016 insgesamt 66 neue Substanzen auf den deutschen Markt. Allein in Deutschland wurden laut Bundeskriminalamt (BKA) im Jahr 2016 insgesamt 98 Todesfälle im Zusammenhang mit "Legal Highs" wie den "Kräutermischungen" registriert. Der bayerische Landes-Caritasverband hat jetzt ein neues „niederschwelliges“ Online-Infoportal zu neuen Drogen gestartet. Ziel ist es, Konsumenten, Fachleute in der Beratung und Angehörige schnell und unkompliziert zu informieren und über Risiken aufzuklären. Auf der Website findet man ausführliche Informationen und wichtige Fakten zu den „Neuen psychoaktiven Substanzen“ (NpS), deren Inhalte vom Landes-Caritasverband Bayern e.V. recherchiert und zusammengetragen wurden. Eltern finden bei Verdacht, dass ihre Kinder NpS konsumieren, hier Wissenswertes und Verhaltenstipps zu neuen Drogen. Integriert ist eine unkomplizierte, anonyme Online-Beratung, die eine wichtige Hilfestellung für Menschen in Not sein kann.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat anlässlich des Starts der neuen Online-Infobörse davor gewarnt, die Gefahr durch sogenannte "Kräutermischungen" zu unterschätzen. Huml betonte: "Es gibt oft verharmlosende Bezeichnungen für Neue psychoaktive Stoffe (NpS). Das ändert aber nichts daran, dass deren Konsum zu Schock- und Panikzuständen bis hin zum Herzstillstand führen kann." In Bayern geben insgesamt 7,8 Prozent der 15- bis 16-Jährigen an, schon einmal NpS konsumiert zu haben (Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen 2015,ESPAD, IFT 2016). Unter den NpS werden bei den 18- bis 64-Jährigen am häufigsten "Kräutermischungen" konsumiert. Huml betonte weiter: "Die Bekämpfung dieser Drogen braucht ein gemeinsames, entschlossenes und abgestimmtes Vorgehen verschiedener Akteure. Ich begrüße es deshalb sehr, dass mit unserer Unterstützung der Landes-Caritasverband Bayern ein breit angelegtes Informationsangebot zu NpS zur Verfügung stellen kann, das daneben auch ist. Das bayerische Gesundheitsministerium gibt hierfür rund 93.500 Euro aus."

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